Blatt platt

Ich fand mich auf einmal irgendwo wieder.

Ich sah mich um. Es war ein Blatt Papier. Aber es war nicht so, dass ich mich im Dreidimensionalen über dem Blatt befunden hätte. Nein. Ich war nur noch zweidimensional. Man hatte mir meine räumliche Tiefe gestohlen.

Erst kam die Trauer, dann kam die Wut.

Die Trauer trug einen purpurroten Zylinder, Schnauzbart und einen Anzug. Die Wut auch, nur trug sie ein Schild mit der Aufschrift „Bitte kein ‚rs’ einfügen“.

Die beiden bauten sich vor mir auf.

„Was ist das?“, fragte ich und wies mit dem Zeigefinger auf das Schild.

„Das ist ein Schild, junger Mann“, antwortete die Trauer.

„Nun lass mich doch mal reden“, schrie die Wut, „du kannst doch nicht dauernd für mich antworten!“

„Oh doch, meine kleine“, sagte die Trauer und hielt der Wut die Nase zu, die zusammenzuckte und nun aufhörte zu reden. „Mein Gott, Entschuldigen Sie, aber sie ist manchmal so ein kleines Würstchen–“

„Jetzt hast du’s gemacht“, platzte es aus der Wut nun hinaus, „du hast mich zur Wurst gemacht!“

Na wenn es aus dir immer so hinausplatzt ist es gut, dass man kein „rs“ einfügt, Würste sollten nämlich beim Kochen nicht platzen, das lässt sie Aroma verlieren, dachte ich mich.

Während ich das so dachte, hatten sich Trauer und Wut schon in einen heftigen Kampf verwickelt, der wohl böse enden würde, Wut hatte Trauer in den Zeh gebissen, worauf diese ihr einen Zahn mit dem anderen Fuß ausgebissen hatte – das erstaunliche war, dass ihr Fuß beißen konnte, nur 3,7 % aller Füße verfügen über diese außergewöhnliche Fähigkeit.

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Es könnte doch so einfach sein…

Warum muss alles immer so kompliziert sein? Wieso kann man nicht einfach ein Dreieck zeichnen und nachmessen sondern muss den Kosinussatz o.ä. benutzen. Warum das Leben so schwer machen? Und wer braucht in Gottes Namen im späteren Leben die Ableitungsfunktion. Welcher Bunjee-Springer berechnet während dem Flug seine Geschwindigkeit nach 200m? Liebes Mathe und Physikbuch, wir haben auch unsere Probleme – und ich meine richtige Probleme und du hilfst mir auch nie! Also geh, werd erwachsen und lös deine Probleme selber.. SO!

Hier der Beweis, auch Physiker hatten mal Humor:

Es war einmal in Kopenhagen. Das nun folgende war wirklich eine Frage, die in einer Physikprüfung, an der Universität von Kopenhagen, gestellt wurde: „Beschreiben Sie, wie man die Höhe eines Wolkenkratzers mit einem Barometer feststellt.“ Ein Kursteilnehmer antwortete: „Sie binden ein langes Stück Schnur an den Ansatz des Barometers, senken dann das Barometer vom Dach des Wolkenkratzers zum Boden. Die Länge der Schnur plus die Länge des Barometers entspricht der Höhe des Gebäudes.“ Diese in hohem Grade originelle Antwort entrüstete den Prüfer dermaßen, dass der Kursteilnehmer sofort entlassen wurde. Er appellierte an seine Grundrechte, mit der Begründung dass seine Antwort unbestreitbar korrekt war, und die Universität ernannte einen unabhängigen Schiedsrichter, um den Fall zu entscheiden

Der Schiedsrichter urteilte, dass die Antwort in der Tat korrekt war, aber kein wahrnehmbares Wissen von Physik zeige. Um das Problem zu lösen, wurde entschieden den Kursteilnehmer nochmals herein zu bitten und ihm sechs Minuten zuzugestehen, in denen er eine mündliche Antwort geben konnte, die mindestens eine minimale Vertrautheit mit den Grundprinzipien von Physik zeigte. Für fünf Minuten saß der Kursteilnehmer still, den Kopf nach vorne, in Gedanken versunken. Der Schiedsrichter erinnerte ihn, dass die Zeit lief, worauf der Kursteilnehmer antwortete, dass er einige extrem relevante Antworten hatte, aber sich nicht entscheiden könnte, welche er verwenden sollte.

Als ihm geraten wurde, sich zu beeilen, antwortete er wie folgt: „Erstens könnten Sie das Barometer bis zum Dach des Wolkenkratzers nehmen, es über den Rand fallen lassen und die Zeit messen die es braucht, um den Boden zu erreichen. Die Höhe des Gebäudes kann mit der Formel h=1/2 g t²  berechnet werden. Der Barometer wäre allerdings dahin! Oder, falls die Sonne scheint, könnten Sie die Höhe des Barometers messen, es hochstellen und die Länge seines Schattens messen. Dann messen Sie die Länge des Schattens des Wolkenkratzers, anschließend ist es eine einfache Sache, anhand der proportionalen Arithmetik die Höhe des Wolkenkratzers zu berechnen. Wenn Sie aber in einem hohem Grade wissenschaftlich sein wollten, könnten Sie ein kurzes Stück Schnur an das Barometer binden und es schwingen lassen wie ein Pendel, zuerst auf dem Boden und dann auf dem Dach des Wolkenkratzers. Die Höhe entspricht der Abweichung der gravitationalen Wiederherstellungskraft T=2 π² (l/g). Oder, wenn der Wolkenkratzer eine äußere Nottreppe besitzt, würde es am einfachsten gehen da hinauf zu steigen, die Höhe des Wolkenkratzers in Barometerlängen abzuhaken und oben zusammenzählen. Wenn Sie aber bloß eine langweilige und orthodoxe Lösung wünschen, dann können Sie selbstverständlich den Barometer benutzen, um den Luftdruck auf dem Dach des Wolkenkratzers und auf dem Grund zu messen und der Unterschied bezüglich der Millibare umzuwandeln, um die Höhe des Gebäudes zu berechnen. Aber, da wir ständig aufgefordert werden die Unabhängigkeit des Verstandes zu üben und wissenschaftliche Methoden anzuwenden, würde es ohne Zweifel viel einfacher sein, an der Tür des Hausmeisters zu klopfen und ihm zu sagen: „Wenn Sie einen netten neuen Barometer möchten, gebe ich Ihnen dieses hier, vorausgesetzt Sie sagen mir die Höhe dieses Wolkenkratzers.“

Der Kursteilnehmer war Niels Bohr, der erste Däne der überhaupt den Nobelpreis für Physik gewann..

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Party harty mit der Q11 – „Qube“ am 25.2. im Lumen

Schon länger ist es ja so, dass es unter Oberstufen Freisinger Schulen eine Tradition gibt: Partys werden veranstaltet, um Geld in die Stufenkasse zu spülen, aus der dann später z. B. die Abi-Fahrt finanziert wird. So ist es auch dieses Jahr. Im Lumen wird am 25.2. (schnieke zwei Monate nach Weihnachten) der Würfel ausgepackt, die Q11 des Josef-Hofmiller-Gymnasiums läd ein zu neun Stunden Party (20:00 bis 05:00) bei feinster elektronischen Musik und tollen Getränkespecials (Helles 2 €, Jägermeister 2 €)! Klickt auf den obenliegenden Flyer für mehr Infos.

Ich bin mir sicher, dass man bei „Qube“ irrsinnig Spaß haben wird, und das nicht nur, weil ich sehr betrunken sein werde. Auch weil viele andere sehr betrunken sein werden. Nein, ehrlich, es wird klasse. Wirklich!

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Wikileaks!!! – kennen wir doch alles schon..

Seit heute kennt fast jeder Wikileaks !!! und nur ein paar haben vorher von der Organisation, deren Leiter und irgendwelchen Dokumenten. Die Aufgabe dieser Leute ist es von geheimen Informanten/Spitzeln geheime Informationen zu erhalten.

Das können  sehr nebensächliche Dinge, weil die US-Diplomaten scheinbar jeden Scheiß aufschreiben, sei es die Koalitionsverhandlungen der Union und FDP, wie Westerwelle Schäuble angemotzt hat oder den Stuhlgang irgendwelcher Politiker. Wikileaks !!! veröffentlicht aber auch richtig brisante Sachen über Afghanistan und den Krieg. Gerade weil das so ein heikles Thema is darf man Wikileaks !!! nur mit drei Ausrufezeichen dahinter schreiben, sonst verliert des den Charme.

So Meldungen über Korruption und Mord im Krieg ist aber total langweilig und wir wissen doch alles schon was da so abgeht, oder auch nicht.. egal. Viel lustiger sind die Einschätzung hochrangiger Politiker, so auch von vielen deutschen, aber soooo neu ist des auch nicht! Wissen wir doch alles schon, MANN! Macht doch nicht so einen Aufstand wegen Aussagen wie:

  • Westerwave unser genialer Außenminister soll eitel sein, aggressiv, wenn er verbal angegriffen wird und inkompetent. Wie kommen die denn DA drauf? Nie im Leben, er erledigt sein Aufgabe genau so gut wie er englisch spricht. Und wenn einer was gegen seine Frisur sagt dann darf man auch mal austicken…
  • Merkel ist hart wie Teflon, unberechenbar und wenig kreativ. Schaut in ihr Gesicht Leute!!! Als Gott sie erschaffen hat war er beim Äußeren wenig kreativ und beim Inneren scheinbar auch nicht.
  • Schäuble ein zorniger alter Mann – pff, ham sie ihn durchschaut.. clever die Amerikaner.
  • UND WAS WAGEN DIE OETTINGER ZU KRITISIEREN!! Spricht doch perfekt englisch!
  • Seehofer soll noch unberechenbarer sein wie Merkel, und oft keine Ahnung von Außenpolitik. Zum nachlesen hier, leider auf englisch. Vielleicht hilft ja Oettinger beim übersetzen.

Ihr seht schon, so neu is des alles nicht, aber wens interessiert und wer wissen will dass Berlusconi ein Playboy ist: Wikileaks !!!

 

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Design Update

Hallihallo, ich habe passend zur Weihnachtszeit ein bisschen am Layout herumgeschraubt, nicht sonderlich viel, aber ein bisschen. Man findet die Sidebar mit Twitterfeed, Tagwolke und Blogroll jetzt auf der linken Seite, außerdem ist – wie unschwer zu erkennen – jetzt alles braun. Und zwar nicht braun im Sinne von 1933, sondern braun im Sinne von heißen Maroni. Ich bin mir übrigens nicht sicher, wie man das Wort „Maroni“ schreibt, aber will jetzt nicht googlen. Oder aber ich habe es gegooglet und gesehen, dass ich es richtig geschrieben habe und will, dass alle sehen, wie schlau ich bin. Oder aber ich will, dass alle sehen wie dumm ich bin. Oder, dass alle sehen, wie baumstammhaft mein Arm im Vergleich zu dem von Arnold Schwarzenegger wirkt.
Gibt von der JoHo-Schülerzeitung jetzt übrigens ne Facebook und eine Internetpräsenz, wer die mal besuchen will, der kriegt die Links links. Haha. Darum habe ich die Layoutänderung überhaupt nur gemacht, für diesen dummen Witz. Die Links gibts auch noch mal unten (natürlich unten links). Und jetzt trete ich den Scherz noch ein bisschen aus, während ihr auf die linkischen Links links drückt. Danke sehr!
Link.

Link².

 

HAHAHAHA.

 

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Eingeordnet unter Philipp

Kochen ohne Leidenschaft

Eines der Probleme, das mit dem Studentenleben auf viele von uns zu kommen wird, ist die Verpflegung. Wie bekomme ich billiges und schnelles Essen, egal wie es schmeckt. Studentenzeugs halt. Wer da Hilfe braucht, der soll ich einfach mal auf den YouTube Kanal von David Werker schauen.

Kurz zur Person: David Werker ist ein Komiker der 2007 nach eigenen Angaben „versehentlich“ die Talentshow beim Quatsch Comedy Club gewonnen hat. Nebenbei studiert er Germanistik, nicht auf Lehramt oder auf Master, sondern „auf gut Glück“, in Siegen. Daher auch einer seiner Lieblingssprüche: „Was ist schlimmer als Verlieren? Siegen!“ Mit seinem aktuellen Programm „Morgens halb 15.30 Uhr in Deutschland“ tourt er außerdem durch die Republik.

Seine Antwort auf die Fragen von oben: Seine YouTube-“Show“ „Kochen ohne Leidenschaft“, denn billiges Essen muss nicht immer gut sein, sondern kann auch von der kulinarischen Reste-Rampe kommen. So wird aus BiFi-Roll, Apfelringen, Ferrero Rocher, Essiggurken und rohen Eiern ein perfektes, aber halt nicht ganz so leckeres Studenten-Sushi.

Auch eine richtige Delikatesse ist sein sog. „Gulp“. Ganz einfach Brot in Milch einweichen und Medikamente gegen Sodbrennen (Rennie, Maaloxan) hinzugeben, in die Pfanne, und raus kommt ein fast pfannenkuchenähnliches … Dings.

Hier nochmal Studenten-Sushi zum Nachmachen:

weitere Studenten-Weisheiten:

  • Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert
  • Das beste Hilfsmittel in einer Klausur ist ein Attest
  • Mit einer Schürze in die Kneipe und an den Tischen abkassieren – leichtes Geld

Schaut euch einfach mal seinen YouTube-Kanal an!

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Eingeordnet unter Markus

Hey! Ich bin auch noch da!

Ein Blickduell der Giganten… wir schauen uns in die Augen, bereit, jeden Fehler des anderen erbarmungslos auszunutzen. Nicht losweinen! Bleib hart! Er ist weicher als ein Cooki! Er hat weggeschaut… LOSLOSLOS! Ein Biss und er lag bröselnd am Boden.  Tja… kein Lebkuchen dieser Welt legt sich mit mir an!

Habt ihr euch schon beim Genuss von Lebkuchen und dem singen von „Feliz Navidad“ ertappt? Tja, ich mich schon. Weihnachten naht! Demnächst kommen Leuchtkette, Adventskranz und Co.!  Und Weihnachtlieder.  Und Duftkerzen – das schlimmste an der ganzen Sache. Wieso zum Teufel soll mein Wohnzimmer nach Zimt-Ahorn riechen?

Ich werde jetzt einen Duftkerzenboykott starten! Ich bin mir sicher! Das wird die Kerzenindustrie zum Nachdenken bringen!

Aber egal… das ist ein anderer Krieg! Ach, bald kommt wieder der Tannenbaum! Ich freu mich schon drauf, das Ding drei Stunden lang zu schmücken, um es eine Woche später doppelt so lange zu entschmücken…

(c) by Kurhan

Vielleicht sollte ich einfach Weihnachten boykottieren! Ist doch eh blöd. Alles wird teurer, Millionen Bäume werden gefällt und dann kommt auch noch so’n Typ, der zu wissen glaubt, ob du brav warst, oder nicht. Völliger Schwachsinn. Und damit will Coca Cola Werbung machen? Zu der Jahreszeit, an dem ich am wenigsten Bock drauf hab? Schlechter PR-Manager… Die hätte sich den Osterhasen holen sollen! Oder die Zahnfee! Die kommt doch eh fast nur zu Konsumenten!

Ach, egal…

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Eingeordnet unter Paul

Schreiben

Angeblich gibt es Leute, die gerne schreiben.
Ich gehöre nicht dazu. Ich schreibe, weil man mich zwingt.
Wer mich zwingt, weiß ich auch nicht so genau. Es stehen nur drei mit Maschinenpistolen bewaffnete Kirschbäume in meinem Wohnzimmer und sagen, ich sollte mal hinne machen.
Ich wehre mich nicht dagegen, schließlich habe ich ja auch nichts besseres zu tun, außer vielleicht Quantenphysik oder so, aber egal.
Ja, und deshalb mach ich das hier jetzt. Daraus, dass das jemand liest, schließe ich mal, dass die heutigen Leser verdammt dumm sein müssen. Ja, wirklich. Wie kann man sich das denn antun? Ist doch noch besser, sich ne Karotte ins Innenohr zu schieben, als sich diesen Text hier zu geben. Meine Fresse.
Was mir auch auffällt, ist, dass mein Stil voll flapsig ist. Yeah.

(c) fangol

 

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Eingeordnet unter Philipp

G8 vs. G9

Ein Gespräch über den Untergang des Abendlandes

 

Interviewer: Guten Tag, G9, G8 ist ja leider noch nicht erschienen, wir können das Interview aber genau so gut ohne es starten.

G9: Ohne G8 geht es sowieso allen besser!

Interviewer: Höre ich da etwa leichte Verbitterung?

G9: Verbitterung? Nein, Sie hören blanke Wut! Was würden Sie denn machen, wenn sie einfach so ohne Grund entlassen werden würden, und so ein unfähiger, unfertiger Jungspund und Tunichtgut erhält den Posten?

Interviewer: Sie haben Recht, das kann ich nachvollziehen. Aber ein Jahr haben Sie ja noch.

G9: Ein Jahr? Das sind doch nur poplige sieben Monate! Extra verkürzt um mich zu Demütigen. Nicht mal einen würdigen Abschied gewähren sie mir. Nach so vielen Jahren…

G8 betritt den Raum.

G8: Tut mir Leid für die Verspätung, aber protestierende Elternverbände haben mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet das Kultusministerium belagert.

G9: Hoffentlich haben sie es angezündet!

Interviewer: Da wir jetzt komplett sind, können wir das Interview jetzt ja noch mal richtig starten. G8, G9, erklären Sie uns doch mal, warum sie sich so hassen.

G8: G9 ist einfach nur neidisch auf mich und meine jugendliche Energie, meinen frischen Elan, meinen bestechenden Charme, meine Bescheidenheit. Schon in der Grundschule war das so. Ich war immer der schnellere, klügere, bessere.

G9: Das ist gar nicht wahr!

G8: Natürlich ist das wahr. Weißt du nicht mehr, als du damals beim 50 Meter Lauf in die falsche Richtung gestartet bist? Oder damals, als du in Mathe plötzlich Plus mit Minus verwechselt hast?

G9: Immer musst du meine Gefühle verletzen! Das hast du auch schon in der Grundschule gemacht!

Interviewer: Wieso, was hat G8 denn getan?

G9: Viele schlimme Dinge. Zum Beispiel das eine Mal, als ich ihm ein Freundschaftsarmband gebastelt hatte! Er wollte es partout nicht anziehen.

G8: Also Bitte, es war rosa und du hattest „Prinzessin Lillifee“-Glitzerfeenstaub drübergestreut!

G9: Ich mag Glitzer.

G8: Kein Siebenjähriger Junge außer dir mochte Glitzer!

G9: Das stimmt nicht, Dani mochte Glitzer.

G8: Dani hieß Daniela und sah ein wenig jungenhaft aus, weil ihre Mutter ihr Latzhosen anzog.

G9: Oder damals, als du das Lied, das ich dir komponiert hatte, nicht mit mir im Duett auf der Blockflöte spielen wolltest!

G8: Das war kein Lied, du hast einfach zwanzig Mal hintereinander den Ton C gespielt!

G9: Meine Mama hat gesagt, es wäre wundervoll!

G8: Dann hat deine Mama eben gelogen!

G9 bricht in Tränen aus.

Interviewer: Stopp, Stopp, Stopp, wir sind doch erwachsene Leute, wir haben doch ein wenig Anstand, oder?

G9 schluchzt heftig.

G8: Aber G9 hat doch angefangen.

Interviewer: G9, geht es Ihnen wieder besser?

G9: (weinerlich) Ein wenig.

Interviewer: Lassen Sie uns doch noch einmal konkret werden, Sie beiden schienen sich ja in früheren Jahren noch ganz gut zu verstehen…

G9: Wir waren beste Freunde!

G8: Waren.

G9 schluchzt erneut.

Interviewer: … wie kam es denn dann zur Entzweiung?

G9: G8 hat mir meinen Job weggenommen!

G8: Nicht ich habe dir deinen Job weggenommen, sondern die Damen und Herren vom Kultusministerium. Du warst einfach zu alt, nicht mehr on time, Kollege, man braucht auch mal frischen Wind, verstehst du?

G9: Es war alles so gut, wie es war. Veränderungen bringen Probleme mit sich, wie du siehst, und müssen nicht immer gut sein. Seien wir doch mal ehrlich, keiner mag dich!

Interviewer: In der Tat, wenn man sich die Meinungsumfragen mal so ansieht, merkt man doch deutlich, dass sich die Mehrheit der Leute G9 zurückwünscht.

G8: Papperlapapp. Die haben doch alle keine Ahnung. Ich werde Bayerns Schüler durch meine Visionen an die Weltspitze befördern. Aber wie man so schön sagt, der Prophet gilt nichts im eigenen Land.

G9: Prophet? Visionen? Das einzige, was du erreicht hast, ist den Stoff von neun Jahren in acht zu quetschen. Das Niveau ist gesunken, trotzdem ist alles schwerer. Wenn man ehrlich ist, ist das eine beachtliche Leistung. Wie hast du das hingekriegt?

G8: Red keinen Unsinn. Ich bin das Tor zur Arbeitswelt, ich bringe die Schulen näher an die Universitäten, dank mir erfüllt Bayern bald internationale Standards.

G9: Aber galt nicht bisher in aller Welt das deutsche Abitur als das beste Leistungszeugnis, das ein Schüler haben konnte? Und war nicht Bayern immer eines der in Deutschland führenden Länder, was Bildung anbelangte? Und nun kommst du daher und machst es den Schülern immer schwerer, ein immer weniger wertvolles Zeugnis zu erhalten.

G8: Ich, ich, ich… ich weiß es doch auch nicht! Ich bin doch nur der, der die dreckigen Befehle von oben ausführt! Ich bin doch nur ein Werkzeug!

G8 rennt schreiend aus dem Raum.

Interviewer: G9, hätten Sie mit dieser überraschenden Wendung gerechnet?

G9: Ich schon, aber wenn es so weiter geht, können die Kinder von morgen nicht mehr rechnen.

Interviewer: Ein schöner Schlusssatz.

G9: Finden Sie?

Interviewer: Ja.

G9: Ooohh, danke!

G9 knuddelt den Interviewer.

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Zorn und verschwundene Häuser

Zorn.

Manchmal passiert es mir, dass ich sehr sauer werde. Das kann wegen kleinerer Kleinigkeiten sein, z.B. weil ich in der S-Bahn keinen Sitzplatz mehr bekomme und die Fahrt eng aneinandergedrängt mit fremden Menschen und mit Blick auf die Schweißflecken des netten Herren mir gegenüber, der sich an einem Griff festhält.

Es kann aber auch wegen größeren Dingen geschehen.

Eines dieser größeren Dinge war beispielsweise, dass ich eines Tages nach hause gekommen bin und mein Haus war weg.

Ich fragte mich natürlich: „Wo ist mein verdammtes Haus?“

Dort wo mein Haus gewesen war, war nun einfach nur ein Loch. Ein klaffendes Loch. Ich weiß zwar nicht warum, aber jedes Loch klafft. Was immer das auch ist. Vielleicht ein Geräusch, das Löcher machen, wenn sie sich einsam fühlen.

Zurück zum Thema.

Ich stellte Nachforschungen an, indem ich bei der städtischen Bauaufsicht anrief (vom Telefon meiner Nachbarn natürlich). Nachdem ich ihnen mein Problem geschildert hatte, rieten diese mir, ich sollte mir doch einfach ein neues Haus kaufen, am besten irgendwo wo es billig sei, wie wäre es denn mit Sachsen, da wäre es doch so sympathisch. Ich fragte, was denn mit meinem alten Haus passiert sei.

Der Beamte ignorierte es.

Stattdessen erzählte er mir von einer sehr schönen Geraer Buchhandlung, wo er einmal ein Erstexemplar von Susanne Fröhlichs „Moppel-Ich“ gekauft hatte, was ihm in seiner persönlichen Entwicklung sehr weiterhalf. Als er mich fragte, ob ich denn auch Figurprobleme hätte, legte ich auf.

Als nächstes rief ich bei meiner Mutter an, weil ich mich fragte, ob sie wohl zusammen mit dem Haus verschwunden war.

Aber sie nahm ab (der dicke Bauaufseher wäre sicher enttäuscht, denn es geht nicht um das Abnehmen, das er gerne hätte).

Meine Mutter war einkaufen und wollte jetzt eigentlich wieder zurückkommen. Ich sagte ihr, dass unser Haus verschwunden sei. Sie antwortete, dass das gut sei, dann könne sie nämlich noch in Fitness-Studio.

Danach machte ich noch einen Anruf:

Bei meiner Freundin. Nach einem kurzen Gespräch erfuhr ich, dass sie sich das Haus nur geliehen hatte, um darin einkaufen zu fahren.

Ich legte auf. Und dann schrie ich. Ganz lange. Ich zertrümmerte einige Vasen im Haus der Nachbarn. Und ging eine rauchen.

(das Bild muss jetzt sein, obwohl es bisschen geschmacklos ist.)

Was sagt uns das ganze? Ich bin mir nicht sicher. Eventuell erzählt uns diese Geschichte davon, wie schwer es ist, bestimmte Dinge zu akzeptieren, wie sie sind.

Nur diese fehlende Akzeptanz der Dinge löst Zorn aus. Und um diesen schrecklichen, Seelen zerfressenden Zorn loszuwerden, müssen wir ruhig werden und die Erschütterungen leicht nehmen.

Eventuell liegt es aber auch nur an zu viel Eiscreme.

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Eingeordnet unter Philipp